´Was wegfällt´ oder: Freiheit und Verantwortung im selbstbestimmten Studium (Tomas)

Was zunächst wegfällt:
die Legitimation von Professorenseite.

Die Relevanz meines Tuns (und Studierens) bestimme ich erstmal selber.

Kein Professor sagt mir zunächst: ja, was Du machst ist relevant (für m/ein Forschungsgebiet), mach weiter !

Ich legitimiere mich zuerst selbst.

Reiz der Freiheit
Das ist für mich reizvoll aus zwei Gründen:
erstens erlaubt es Unabhängigkeit von Urteilen und Wertesystemen des bestehenden akademischen Betriebes. Denn kein Professor entscheidet über die Aufnahme und/oder Fortsetzung einer Studienarbeit.
Zweitens ist die Selbstlegitimation unserer Studieninhalte für mich deswegen reizvoll, weil sich durch die Selbstlegitimation für mich die Frage der Relevanz meines Tuns umso dringender stellt. Denn es gibt keinen ´Papa Professor´, der mir Absolution erteilt. Niemand sagt mir: ist o.k., was Du da vorhast, ist in Ordnung, was Du da studierst, mach weiter !

Ich muss die Stimmigkeit meines Tuns für mich selbst erfühlen und seine Einbettung in die Welt. Ich selbst muss darüber entscheiden, ob mein Studienprojekt für mich selbst stimmig ist, und ich selbst muss den Ort suchen, an dem mein Studienprojekt sich in die Welt einfügt.

Freiheit und Verantwortung
Auch muss ich selbst darüber wachen, dass mein Tun die Bezeichnung „Studium“ überhaupt verdient:
Ich selbst muss darauf achten, dass ich mit dem Standard „wissenschaftliches Arbeiten“ bewusst umgehe.
Ich selbst muss dafür sorgen, dass mein Umgang mit Genauigkeit, Vollständigkeit, Logik und Nachvollziehbarkeit ein bewusster Umgang bleibt. Natürlich kann ich mir Mentoren, Professoren, Unterstützer suchen, die mich in meinem Tun begleiten, das den Namen „Studium“ verdient. Aber beim selbstbestimmten Lernen liegt die Basis meines Tuns in mir und daher auch immer die volle Verantwortung für das was ich im Rahmen meines Studiums tue.

An einer konventionellen Universität wird mir diese Verantwortung ein Stück weit abgenommen. Denn dort entscheide eben nicht ich selbst vollständig über alle Aspekte meines Studiums. Dort werden mir viele Entscheidungen abgenommen und also auch ein gutes Maß an Verantwortung. Im komplett selbstbestimmten Studium ist die Freiheit größer, ja nahezu maximal. Doch gleichzeitig damit wächst auch die Verantwortung, ebenso bis nahezu ins Maximale.

Immer wieder muss ich mich selbst fragen, ob und wenn ja wodurch mein Tun (noch) zu rechtfertigen ist und vor welchem Hintergrund es zu rechtfertigen ist und für wen.

Beziehung, aus der Freiheit geboren 
So führt meiner Ansicht nach gerade ein Maximum an Selbstbestimmung zu einem Maximum an Gesellschaftsbezogenheit. Doch geschieht dies nur dann, wenn ich die ´Gesellschaft´, die ´anderen´ als relevante Größe auch im Zusammenhang mit meinem freien Tun immer wieder in mein Blickfeld nehme.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s