Wie kann man verhindern, dass aus einem guten Geist ein Gespenst wird?

zur Studienfrage von Jan:

Ich beginne zu schreiben.

Bisher habe ich mich dagegen gewehrt, denn ich habe den Verdacht, dass das Aufschreiben ein Teil des Problems ist, welches ich untersuche.

Aber ich beginne nun doch aus drei Gründen:

Erstens kann ich die Fülle der Gedanken nicht mehr in meinem Kopf halten, es erscheint mir wie der Versuch, zwanzig Kartoffeln mit bloßen Händen aus dem Keller ans Licht bringen zu wollen. Wenn ich mich nach einer fallen gelassenen Kartoffel bücke, entgleiten mir zwei weitere.

Zweitens glaube ich daran, dass Erkenntnis nur im Dialog entstehen kann. Nun sei dies der Aufruf an jeden, der den Text liest, ihn zu hinterfragen, zu kritisieren oder zu bestätigen.

Drittens muss ich den Versuch zu schreiben selbst wagen, und sei es, um zu scheitern.

(Zum Grund meiner Annahme, dass das Aufschreiben einen guten Grundgedanken zu einer Farce machen kann, später mehr.)

 

 

Was meine ich überhaupt damit?

Ich frage mich, wie es sein kann, wie in der Menschheitsgeschichte aus so vielen guten Gedanken und Ideen so viel Schlechtes, so viel Verqueres oder gar Böses entstehen konnte.

Was hat die Kirche aus Jesus Christus gemacht, was der Sozialismus aus Karl Marx?

Wurde deren Grundhaltung, ihr Menschenbild weitergegeben, oder hauptsächlich Regeln und Methoden? Ist das, was daraus entstanden ist in ihrem Sinne, oder ist es gar das Gegenteil geworden?

Jeden Tag begegnen mir weitere Beispiele. Jedes Gesetz unseres Landes ist im Grunde dafür entworfen worden, dass es uns Menschen gut geht, um unser Zusammenleben zu erleichtern, um uns Sicherheit und Klarheit zu geben. Aber tun dies die Gesetze und ihre ausführenden Organe? Erleichtern unsere Gesetze unser Zusammenleben? Wenn nicht, wie konnte es geschehen, dass der gute Auftrag nicht erfüllt wird?

Inzwischen habe ich ebenfalls Parallelen im Privaten entdecken können. Eine Beziehung beginnt im siebenden Himmel und endet viel zu oft in der Hölle.

Ich habe den Verdacht, dass das Problem im Spannungsfeld von Determination und Freiheit zu finden ist.

Ist ein Wechselspiel, eine Gratwanderung nötig, sind Kompromisse die Lösung, oder müssen radikal neue Wege beschritten werden?

 

 

Lebensfrage.

Diese Fragen beschäftigen mich unbewusst schon ewig, bewusst seit ein paar Monaten und ich weiß nicht, ob ich jemals befriedigende Antworten finden werde.

Aber es tut gut, diese Fragen als Studienfrage benennen zu dürfen. Es verleiht ihnen etwas Offizielles. Ich weiß nicht, wieso ich mir das selbst so legitimieren muss, aber es ist schön, sich zu unterhalten und an den Punkt zu kommen, dass mein Gegenüber sagt: „Hey, das passt doch gerade total gut zu deiner Studienfrage.“

Wann erlauben wir uns eigentlich die wichtigen Fragen in unserem Leben so offen zu stellen. Wann sprechen wir zu unseren Mitmenschen über die Dinge, die in uns brennen, die wir wissen wollen? Wann gehen wir ihnen nach, wann trauen wir uns, sie als wichtig anzusehen? Ich würde mir wünschen jeder könnte das, und zwar immer. Und ich würde mir wünschen man bräuchte nicht mal mehr ein so freies Studium, wie das unsrige dafür.

 

 

Ich habe keine Ahnung.

Wir haben uns Universität genannt. Nicht ohne Grund. Dies impliziert auch den Anspruch, dass hier wissenschaftlich gearbeitet wird.

Ich habe aber keine Ahnung von den Methoden wissenschaftlichen Arbeitens. Ich weiß nicht, wie man ordentlich Quellen angibt, wie man Thesen aufstellt, wie man Theorien belegt und untermauert, etc.

Ich frage mich, warum ich keine Lust habe, mich mit diesen Regeln vertraut zu machen, obgleich sie doch gewiss ihren Sinn haben. Ich zweifle auch nicht an der Wissenschaft als Solches, ganz im Gegenteil, ich bin begeistert von wissenschaftlichen Erkenntnissen, nur habe ich (bisher noch recht unklare) Zweifel an der Absolutheit der Methoden.

…. Und schon beginnt bei mir, in dem Moment, da ich dies schreibe, ein leiser Verdacht, ein Zusammenhang mit meinem Thema.

 

 

Aber ich habe meinen eigenen Anspruch.

Ich werde mir größte Mühe geben, so präzise, so genau wie möglich zu sein, werde versuchen keine Behauptungen aufzustellen, immer ehrlich, transparent und nachvollziehbar zu sein. Ob das dann wissenschaftlich ist, weiß ich nicht.

Aber mir ist bewusst, dass all das, was ich sehe auch ganz anders sein kann und bin gespannt dies Andere zu hören. Ich bitte Dich, der/die du das liest, nicht zu zögern, mir jeden noch so kleinen Zweifel nicht vorzuenthalten. Mich dürstet nach Beispielen, die meine Frage widerlegen. Ich möchte aus Beispielen lernen, die nicht verdreht und missbraucht wurden, die klar und unmissverständlich, aber dennoch praktisch im Leben umgesetzt wurden oder werden.

 

 

Schreiben

Ich hatte den Verdacht geäussert, dass das Aufschreiben in einem Zusammenhang steht, mit der Entwicklung vom Geist zum Gespenst. Es ist also auch die Frage nach dem Medium. Ich werde in Zukunft weiter untersuchen, ob sich andere Medien besser eignen, oder ob gar nur der Mensch selbst in der persönlichen Weitergabe fähig ist, den Geist zu bewahren.

Als erstes kleines Gedankenexperiment sei ein Beispiel aus dem ganz Persönlichen angeführt:

Man stelle sich vor, ein frisch verliebtes Paar würde all ihre Wünsche und Erwartungen an ihre Beziehung in einen Regelkatalog aufnehmen, an den sie sich zu halten verpflichten. Für wie wahrscheinlich halten wir das Gelingen und den Fortbestand dieser Beziehung?

Es erscheint mir beim Formulieren dieses kleinen Experimentes eine weitere Ahnung: Braucht es für ein Fortbestehen des Anfangsgefühls eine flexible anpassungsfähige Struktur, die eben nicht Schwarz auf Weiß in Stein gemeißelt ist, sondern wie ein Grashalm im Wind immer wieder neu erfunden werden kann, dessen eigentliches Wesen, das des Halmes aber bestehen bleibt?

Für mich entsteht daraus die Aufgabe zu untersuchen, wie ist ein solcher Grashalm beschaffen, aus welchem Stoff ist er und wie er wachsen kann.

 

Ich würde gern untersuchen, ob Text überhaupt in der Lage ist eine Haltung oder ein Gefühl zu transportieren.

All die Worte lösen etwas im Leser aus, dies ist aber nicht zwangsläufig das Gleiche, wie beim Autor. Nur dann, wenn der Gegenstand der Beschreibung auf eine gemeinsame Erfahrung beruht. Und selbst dann ist die Wahrnehmung jedes einzelnen unterschiedlich.

Wenn man konsequent ist, können Worte nur beim Autor selbst die Bilder und Gefühle wachrufen, die er mit diesen Worten auch wirklich meint. Also kann auch ich hier streng genommen nur für mich selbst schreiben???

 

Gute, inspirierende Texte lösen bei jedem Leser etwas aus, etwas, das mit ihm selbst zu tun hat. Dies erscheint mir aber nicht als probates Mittel zur Weitergabe von wirklich wichtigen Dingen, wie (Grund)Haltungen, Einstellungen, Erkenntnissen oder Gefühle. Wie kann ich denn etwas ganz Neues, etwas Bahnbrechendes vermitteln, wenn ich immer vom gleichen Erfahrungsschatz ausgehen muss? Oder geht es letztlich gar nicht um die Weitergabe, sondern um den Anstoß zur Selbsterfahrung?

 

 

Filmen

Ein weitere Grundimpuls, der in meiner Biografie begründet ist, ist der Zweifel am puren Inhalt von Worten. Seit ich mich erinnern kann, traue ich dem rein Faktischen weit weniger Wahrheitsgehalt zu, als dem Gefühl, dass sich aus einer Tonlage, einer Geste, einem Bild usw. ergibt.

Meine Intention als Filmemacher war zu Beginn auch deutlich darin begründet, Filme zu machen, die ohne Worte auskommen. Es war ein Versuch den Kern der Dinge ohne Text zu erfassen. Die Frage, die sich mir aus dieser eigenen Erfahrung stellt ist, eröffnet Film die Möglichkeit dem Wesenskern näher zu sein?

Ich zweifle auch daran, da ich ebenfalls ganz stark das Gefühl habe, mit Film nur an der Oberfläche zu kratzen, keine tiefergehenden Diskurse führen zu können. Ausserdem ist ein Film, wenn er einmal fertig ist auch ein unveränderliches Werk, ein unerschütterliches Denkmal.

Ich werde daran aber noch weiter forschen müssen. Wer weiß, welche Form oder Fusion von Medien ich ausprobieren werde, um dem Prinzip des Grashalms näher zu kommen.

 

Die Herangehensweise, sich einer Frage zu widmen und sie bis in alle Winkel zu beleuchten ist mir aus der Arbeit an meinen Filmen sehr vertraut, mein Filmstudium lief auch genau so ab. Letztlich war ich am Ende, bei jedem Thema, bei jedem Film, ein Experte auf dem entsprechenden Gebiet.

Deswegen finde ich die Übertragung dieser Arbeitsweise auf andere Fachgebiete mehr als schlüssig und sinnvoll. Mir erscheint der Weg, den die Universidee-Studenten einschlagen darum als ein wahrlich guter und überhaupt nicht extravagant.

 

Vor ein paar Tagen habe ich mich gefragt, warum ich dieses Mal, bei dieser Frage keine Film mache und musste verwundert feststellen, dass diese Aussage gar nicht stimmig ist.

Meine Filmerei mit Funkenflug und die Aufnahmen vom Uniexperiment folgen einer mir bis vor Kurzem unbekannten inneren Spur, die durchaus mit der Studienfrage kohärent ist.

Funkenflug ist in einer Phase, in der die Ideen inzwischen von Dritten weiter getragen werden, in der manch einer nur über Print- oder Bildschirmmedien davon erfährt. Das Uniexperiment ist an dem Punkt, an dem wir uns fragen, wie geht es weiter, wie halten wir den „Flow“, wenn wir weit verstreut sein werden, wenn im Haus in Stuttgart neue Leute wohnen? Was ist, wenn es nur noch zu einer WG wird? Ich bin also schon längst drin in einem Film, oder sagen wir in etwas, dass auch filmische Elemente hat und vielleicht auch noch etwas ganz Anderes, von dem ich noch gar nicht weiß, was es ist.

 

 

 

Ich bin unglaublich gespannt und freue mich, dass ich all dies tun kann!

Wie lässt sich menschliche Bildung verwirklichen? – von Emil

Wie kann man Menschen wirklich bilden? Das ist in ihrem Kern die selbe Frage wie „Wie kann man einen Freiheitsimpuls in die Menschen setzten?“ oder auch „Wie gibt man Menschen den Mut zu seien, wer sie sind?“ oder „Wie kann man echte Veränderung bewirken?“, denn ich habe mir der Zeit immer öfters die Erfahrung gemacht, dass nur Veränderung, die von innen kommt, wirklich nachhaltig ist und dann auch nach außen wirkt.
Kann man Menschen überhaupt bilden? Ist nicht jeder Versuch Menschen bilden zu wollen, nicht schon der Versuch sie zu formen und ihre eigene Bildung damit einzuengen? Welche Möglichkeiten gibt es dann Menschen in ihrem Bildungsprozess zu unterstützen?

Ich will mir selbst alle Fähigkeiten zu eigen machen, die ich glaube als Lehrer brauchen zu können, meine eigene Lehrerausbildung schaffen.

Theorie

Ich will mich noch tiefergehender mit der Frage „Was ist Bildung?“ beschäftigen?
Ich will herausfinden, warum die Menschen so sind, wie sie sind und wie sie sein könnten? Ich will die Welt wie sie ist verstehen und sehen welche Möglichkeiten es gibt.

Ich will mich mit Philosophie, Soziologie, Wirtschaft, kritischer Psychologie beschäftigen und außerdem Bildungskonzepte und Theorien kennenlernen. z.B. von Janusz Korczak, Jesper Juul, Montessori und Manfred Spitzer.

Dann will ich den Lehrerberuf in seiner heutigen Form selbst in Frage stellen und fragen, wie den Schulen und Unis der Zukunft aussehen könnten? Darum ist auch das Uni-Experiment selbst Teil meines Studiums. Ich will herausfinden, was ich als guter Lehrer für Fähigkeiten und Eigenschaften brauche und mir dann diese aneignen.

Praxis

 Meine Erkenntnisse aus der Theorie will ich auch gleich versuchen zu leben. Weil ich das Gefühl habe, in meiner bisherigen Schul- und Unilaufbahn immer nur Theorie betrieben zu haben, ohne jemals wirklich dazu aufgefordert war, diese Erkenntnisse auch um zu setzten, habe ich einiges nachzuholen und darum habe ich beschlossen meinem Studieninhalt für das nächste halbe Jahre den Namen „praktisches Philosophiestudium“ zu geben.

Ich will mich konkret für bessere Bildung einsetzten. Dabei spielen Funkenflug und das Uni-Experiment eine große Rolle.

Hier findest du Projekte und Projektideen für das nächste halbe Jahr:

Wanderschule

Ich träume von einer wandernden Schule. Einer Gruppe von (Lehramts-)Studenten und Schülern, die sich im Frühling aufbrechen und den Sommer über unterwegs sind. Die gemeinsam und voneinander lernen. Die Schulen unterschiedlichster Art besuchen und so verschiedene Art und Weisen zu lernen und zu lehren kennenlernen. Und gleichzeitig zum Austausch zwischen den Schulen beitragen. Die auch zu Projekten und inspirierenden Ort wandern, wo sie eine Zeit lang verweilen, lernen und mitarbeiten können.

Konzept ausbauen und Unis und Schulen fragen, ob sie mitmachen wollen
Eine Gruppe initiieren, in der Studenten und Schüler gemeinsam lernen.
Ein Netzwerk von Schulen schaffen, die sich an einer Wanderschule oder einem Wanderaustausch von Schülergruppen beteiligen
Projekte in das Netzwerk einbinden, die von den Schülergruppen angelaufen werden können ( Z.B. Bauernhöfe, Ökodörfer)
Schulen besuchen
An alle Schulen in Stuttgart gehen, die Schüler nach ihren Wünsche fragen, einladen aktiv zu werden und nächstes Jahr bei Funkenflug mitzulaufen.
Lustige Aktionen an Schulen machen
An dem Buch, Internetseite und Film über Funkenflug mitarbeiten
Kontakt zur Uni und Studenten aufbauen

Und hier noch eine Liste mit Fähigkeiten und Eigenschaften, die ich glaube brauchen zu können und mir gerne aneignen würde:

Gute Kenntnisse in Landwirtschaft

Grundkenntnisse Biologie und Chemie

Handwerkliches: Schreinern, Renovieren, Schweißen

Grundkenntnisse Maschinenbau

Weltverständnis: Wie funktioniert die Welt und wo kann man ansetzen um wirksam und sinnvoll zu handeln?

Demut

Ehrfurcht

Gute Philosophische Kenntnisse und eigenes Philosophiesystem

Gute Soziologische Kenntnisse

Gutes Politikverständnis

Gute wirtschaftliche Kenntnisse

Psychologische und Neuronale Kenntnisse

Bildungskonzepte: Schulmodelle und Theorien zur Bildung

Englisch

Spanisch

einigermaßen Singen können und einige Lieder kennen

Vertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit gewinnen

gute Rhetorik

und ganz wichtig: Geduld

´Was wegfällt´ oder: Freiheit und Verantwortung im selbstbestimmten Studium (Tomas)

Was zunächst wegfällt:
die Legitimation von Professorenseite.

Die Relevanz meines Tuns (und Studierens) bestimme ich erstmal selber.

Kein Professor sagt mir zunächst: ja, was Du machst ist relevant (für m/ein Forschungsgebiet), mach weiter !

Ich legitimiere mich zuerst selbst.

Reiz der Freiheit
Das ist für mich reizvoll aus zwei Gründen:
erstens erlaubt es Unabhängigkeit von Urteilen und Wertesystemen des bestehenden akademischen Betriebes. Denn kein Professor entscheidet über die Aufnahme und/oder Fortsetzung einer Studienarbeit.
Zweitens ist die Selbstlegitimation unserer Studieninhalte für mich deswegen reizvoll, weil sich durch die Selbstlegitimation für mich die Frage der Relevanz meines Tuns umso dringender stellt. Denn es gibt keinen ´Papa Professor´, der mir Absolution erteilt. Niemand sagt mir: ist o.k., was Du da vorhast, ist in Ordnung, was Du da studierst, mach weiter !

Ich muss die Stimmigkeit meines Tuns für mich selbst erfühlen und seine Einbettung in die Welt. Ich selbst muss darüber entscheiden, ob mein Studienprojekt für mich selbst stimmig ist, und ich selbst muss den Ort suchen, an dem mein Studienprojekt sich in die Welt einfügt.

Freiheit und Verantwortung
Auch muss ich selbst darüber wachen, dass mein Tun die Bezeichnung „Studium“ überhaupt verdient:
Ich selbst muss darauf achten, dass ich mit dem Standard „wissenschaftliches Arbeiten“ bewusst umgehe.
Ich selbst muss dafür sorgen, dass mein Umgang mit Genauigkeit, Vollständigkeit, Logik und Nachvollziehbarkeit ein bewusster Umgang bleibt. Natürlich kann ich mir Mentoren, Professoren, Unterstützer suchen, die mich in meinem Tun begleiten, das den Namen „Studium“ verdient. Aber beim selbstbestimmten Lernen liegt die Basis meines Tuns in mir und daher auch immer die volle Verantwortung für das was ich im Rahmen meines Studiums tue.

An einer konventionellen Universität wird mir diese Verantwortung ein Stück weit abgenommen. Denn dort entscheide eben nicht ich selbst vollständig über alle Aspekte meines Studiums. Dort werden mir viele Entscheidungen abgenommen und also auch ein gutes Maß an Verantwortung. Im komplett selbstbestimmten Studium ist die Freiheit größer, ja nahezu maximal. Doch gleichzeitig damit wächst auch die Verantwortung, ebenso bis nahezu ins Maximale.

Immer wieder muss ich mich selbst fragen, ob und wenn ja wodurch mein Tun (noch) zu rechtfertigen ist und vor welchem Hintergrund es zu rechtfertigen ist und für wen.

Beziehung, aus der Freiheit geboren 
So führt meiner Ansicht nach gerade ein Maximum an Selbstbestimmung zu einem Maximum an Gesellschaftsbezogenheit. Doch geschieht dies nur dann, wenn ich die ´Gesellschaft´, die ´anderen´ als relevante Größe auch im Zusammenhang mit meinem freien Tun immer wieder in mein Blickfeld nehme.

Was ist der ´Goldene Schnitt´ ? (Tomas)

Vorhaben:

Entwurf und Herstellung von Bauklötzen, deren Größenverhältnisse im sog. `Goldenen Schnitt´ liegen.

Motivation:

Einüben und Erfahrungen sammeln mit als ästhetisch empfundenen Flächen- und Raumgestaltungsprinzipien

Ziel:

Gestaltung von als harmonisch empfundenen Räumen jenseits gerader Linien und rechter Winkel

Kritik des Vorhabens:

Ein Zusammenhang von ´Goldenem Schnitt´ und ästhetischem Empfinden ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachweisbar

Vorgehen:

1. Recherche: Was wird unter dem ´Goldenen Schnitt´ verstanden ?
2. Studie: Aufmaß einer derzeit käuflichen Klötze-Zusammenstellung.
Ziel: Bewusstsein schaffen für Größenverhältnisse
3. Übung: Spiel und Experimentieren mit den gekauften Klötzen.
Ziel: Begreifen und Verstehen von vorhandenen Größenverhältnissen,
Umgang mit bestehenden Größenverhältnissen,
Erforschen und Erkennen ästhetisch ansprechender Klotz-Kombinationen

Eine der ersten Erkenntnisse im Rahmen der Recherche (1.):
Die Bedeutung des ´rechten Winkels´ (90°): Ohne ihn ist der ´Goldene Schnitt´ in einigen geometrischen Konstruktionsverfahren nicht zu konstruieren.

Weitere Informationen folgen.

Was ist Lernen ? Ich und Du: Individuelle und gesellschaftliche Dimensionen selbstbestimmten Lernens (Tomas)

Hinhören!

Was hieße denn: Hinhören ?

Hinhören hieße, hinzuhören, wenn sich eine innere Stimme meldet, die mir sagt, was ich lernen will.

Hinhören hieße, zuzuhören, wenn sich ein Bedürfnis meldet, das mir sagt, wie ich lernen will.

Hinhören hießet auch: das beobachten, erforschen und erfahren, was ich lernen möchte.

Hinhören hieße, mir meine eigene Beziehung zum zu Lernenden selbst zu schaffen, nur begrenzt durch das eigene Potenzial, nicht aber etwa durch Verwaltungs- und Studienvorschriften.

Lernen als Beziehung

Wenn Lernen wesentlich von der Beziehung zum zu Lernenden lebt, dann ist Lernen auch: Beziehung. Wie gestalte ich diese Beziehung ? Wie gestalte ich meine Beziehungen: Liebevoll ?

Die liebevolle Lernbeziehung

Wie sähe eine liebevolle Lernbeziehung, wie sähe ein liebevoller Bezug zum Lernen aus ?

Verträgt eine liebevolle Beziehung Druck und Zwang ?

Verträgt sie Vorschriften ?

Verträgt sie Bestehen auf Gehorsam ?

Damit ich mir diese, meine eigene, vielleicht auch liebevolle Beziehung zum Lernen schaffen kann, brauche ich Raum und Zeit:

Ich muss Raum und Zeit haben, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich für mich ist und bedeutet, was ich da lernen möchte.

Ich muss Raum und Zeit haben, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich ist und bedeutet, was ich da lernen möchte.

Der Vorzug von Funktionieren und Gehorsam lässt der Liebe weniger Raum

Bloßes Bestehen auf Auswendiglernen, Funktionieren und Pauken lässt mir keinen Raum und keine Zeit, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich ist und bedeutet, was ich da lerne.

Bloßer Lerngehorsam lässt mir keinen Raum und keine Zeit, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich für mich ist und bedeutet, was ich da lerne.

Oft schon wurde beklagt, welche Folgen es hat, wenn Menschen vorwiegend funktionieren, und der Blick verloren geht für das, was das eigentlich bedeutet und für sie bedeutet, was sie da tun. Als eine dieser Folgen vorwiegenden Funktionierens ohne persönlichen, Bezug zum eigenen Tun wird auch Krieg gesehen.

Selbstbestimmung öffnet den Weg vom „Ich!“ zum „wir

Wenn ich selbst erforsche und beobachte, was das denn eigentlich ist und bedeutet, was ich da lerne, wenn ich selbst erforsche und beobachte, was das denn eigentlich für mich ist und bedeutet, was ich da lerne, dann ist von dort aus ist der Schritt zur Frage, was das denn eigentlich für andere ist oder sein könnte, oder was es denn für andere bedeutet oder bedeuten könnte, was ich da lernen will, nicht mehr weit.

Was könnte es für andere bedeuten, wenn ich das lerne ?

Könnte mein Lernen anderen Möglichkeiten schaffen ?

Könnte durch mein Lernen anderen Möglichkeiten geschaffen werden, die sie so ohne mein Lernen vielleicht nicht hätten ?

Hat oder hätte mein Lernen Nutzen für andere ?

Auch alle diese Fragen tauchen auf, wenn ich mir Gedanken über meine ganz eigene Beziehung zu dem mache, was ich lernen will.

Die Freiheit der Selbstbestimmung öffnet einen freien Bezug zum Du

Wenn ich mir die Freiheit nehme, diese Beziehung zum zu Lernenden freiwillig zu einer ganz persönlichen, individuellen zu machen, dann wächst damit auch meine Lust, andere an dieser persönlichen Beziehung teilhaben zu lassen. Ganz natürlich wächst dann mein Bedürfnis, anderen von meiner so persönlichen Erfahrung zu erzählen und mich mitzuteilen und schon ist damit der Same zum Lehren gelegt, schlicht aus dem menschlichen Bedürfnis heraus mitzuteilen, was mich bewegt.

Was mich bewegt, will ich auch mitteilen

Wozu ich eine individuelle Beziehung aufbauen kann, das kann mich auch bewegen. Wozu ich meinen eigenen Bezug aufbauen konnte, kann mich berühren. Was mich bewegt und berührt, das möchte ich gerne mitteilen, sei es in Schriftform, im Erzählen, oder in einer anderen Form des Mit-Teilens.

Selbstbestimmtes Lernen => Neue Freiheit der Lehre

Schön ist, wenn sich zu einer so verstandenen Freiheit des Lernens dann auch eine neu verstandene Freiheit des Lehrens gesellt:

nur wen wirklich interessiert, was ich da mitzuteilen habe und wie ich es mitteile, nur der wird mir auch freiwillig zuhören wollen.

Es gibt bei so verstandener Lehre aus selbstbegeistertem Mitteilen keine Zuhörverpflichtung mehr !

Neue Freiheit der Lehre schenkt die Freiheit des Hinhörens

Wenn es also die Freiheit des Hinhörens gibt, gibt es auch die Freiheit vom Zuhören. Wenn ich also selbst mir das Lernen gestalte und mir dafür Raum zum Hinhören gebe, dann gehört dazu auch, dass ich anderen den Raum zum Hinhören gebe, statt sie zum Zuhören zu zwingen. Wenn die Lernenden sich die Lehre selbst gestalten, dann bestimmen sie selbst, wen sie als Lehrenden hören wollen. So entspräche der Freiheit des Lernens eine neu verstandene Freiheit der Lehre. Diese so verstandene Freiheit der Lehre bestünde darin, selbst zu entscheiden wem man denn wann zuhört, um zu lernen.

Das Freie UniExperiment“ als Friedensinitiative in einer demokratischen Zivilgesellschaft

So führt die Frage, was Lernen eigentlich ist, direkt zur Projektbeschreibung.

Denn das Projekt ist durchgehend eine Manifestation der Frage: Was ist Lernen ?

Aus den individuellen Antworten der Studenten auf diese Frage entsteht erheblicher Nutzen für die Gesellschaft ! Denn die zwei wesentlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die Beantwortung der Frage „was ist Lernen ?“ notwendig sind, sind gleichzeitig notwendige Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft:

Selbstbestimmung und Selbstorganisation.

Selbstbestimmung und Selbstorganisation fordern beide: Hören.

Selbstbestimmung setzt das Hören auf mich selbst voraus.
Denn ohne das Hören auf mich selbst wüsste ich weder worüber ich selbst, noch was ich selbst bestimmen sollte.
Selbstorganisation setzt das Hören auf andere voraus. Denn immer werde ich auch in meinem selbstbestimmten Lernprozess auf das Du stoßen: als Gesprächspartner, Dozent, Lehrer, Mitstudent…

Wenn Selbstbestimmung und Selbstorganisation unverzichtbare Fundamente des freien, selbstbestimmten Lernens sind, so wird durch freies, selbstbestimmtes Lernen demokratische Kultur eingeübt. Denn Selbstbestimmung und Selbstorganisation sind Kernelemente freien Lernens ebenso wie Kernelemente der Demokratie.

So will und soll die Freie Uni zutiefst friedensstiftend und die demokratische Zivilgesellschaft stärkend und erhaltend sein und wirken.

Studienfragen von Tomas

(links zu Texten und „Räumen“ sind grün)

 I. Lernen

1. Wie schaffe ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?
1.1. Was verstehe ich unter freiem, selbstbestimmtem Lernen ?
1.2. Warum will ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen schaffen ?
.
1.3. Ideensammlung: Gestaltungselemente für einen Raum für selbstbestimmtes Lernen
1.4. Ideensammlung: für einen Raum f. selbstbest. Lernen auf dem ´KulturJurte´- Festival in
………………………………..München-Thalkirchen im Jan. u. Feb. 2014

.
1.5. im Kindergarten:
1.5.1. Wie erstelle ich ein Konzept für einen Kindergarten für freie Potentialentfaltung? (Konzeptarbeit)
1.5.2. Wie sieht die Ausbildung zum Erzieher aus ? (Ausbildungswege)
.
1.6. im Freien UniExperiment:
1.6.1. 
auf dem KulturJurte – Festival 2014 in München ? .
1.7. im öffentlichen Raum:
1. 7.1. Wie mache ich dort erlebbar, dass jede/r jederzeit Lernende/r ist ?
1.7.1.1. am „BildungsStand“ in der Fußgängerzone ?
.
1. 8. Wie finde ich an meinem Wohnort Gleichgesinnte ?
.

_________________________________________________________________________________________________________

ä
2. Wie gestalte ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?

2.1.Auf welchen Grundlagen  ruht die Gestaltung meiner freien, selbstbestimmten Lernräume ?
.
2.1.1. im Freien UniExperiment:
.
2.1.1.1. Freiheit und Verantwortung im selbstbestimmten Studium

2.1.1.2. Von der StudienFrage zur ForschungsFrage: Mein Umgang mit dem Standard „wissenschaftliches  …………. Arbeiten“

2.1.1.3. Gefühle im Studium (Teil 1 – 5)

2.2. in der Schule:

2.2.1. LUBI & LIKÖR in der Schule

2.3. Wie schaffe ich Platz für Erkenntnisse, die aus einem Raum jenseits des Ich zu kommen scheinen ?

2.3.1. Existenzielle Fragen, Wirklichkeit, Yoga & Erfahrung

__________________________________________________________________________________________________________________________
.
.
3. Wie wünschen sich andere Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?

3.1. Was sind die Forderungen und Wünsche von Lernenden an Schulen ?

.
_________________________________________________________________________________________________________

1.a Was ist Bildung ?

1.a) 1. Definition:

1a) 1.1. … sich ein Bild machen ?
1a) 1.2. … sich nach einem Bild bilden ?


1a) 2.
Bildung, Freiheit und Bestimmung

1a) 3. Sucht Bildung immer Antworten auf die Frage, wie wir (als Menschen) sein wollen ?
.

1b) Was ist (eine) Universität ?

1b )1. Zum Universitätsbegriff

1c) Was ist Studium ?

1c) 1. Zum Begriff „Studium“

*************
1d) Was ist Kultur ?

1e) Was ist Elite ?
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1. C. Wie und wo schaffen andere Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen, ansatzweise oder umfassend ?

1.C.1. Kindergarten

1.C.2. Schule

1.C.2.1. Realschule Baden-Baden

1.C.3. In der Gruppe

1.C.3.1. … auf einer mehrtägigen Wanderung

1.C.3.2. … mit der Idee des „wertschätzenden Abschlusses“ als Alternative zu den existierenden Schulabschlüssen

1.C.3. Universität

1.C.3.1. In Planung: Aktionswoche an der Universität Stuttgart
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2. Was ist Lernen ?

2a) Neurologisch

2b) Phänomenologisch (?)

2. A. Welche Lern- und Hirnforscher sind für mich derzeit relevant ?

2.1. Was ist selbstbestimmtes Lernen ?

2.1.1. Ich und Du :
Individuelle und gesellschaftliche Dimensionen selbstbestimmten Lernens

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3., 4., 5., 6.: Leben

3. Was ist Leben ?

4. Was ist Sexualität ?

5. Was ist Meditation ?

6. Was ist Polarität ?

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7.+8. Materie gestalten

7. Wie bringe ich den von mir entworfenen Sessel zur Serienreife ?

8. Die Quadratur des Kreises, oder:
Warum bauen wir gerade? Was ist “organische Architektur” ? Was ist der “Goldene Schnitt” ?

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9., 10.,11., 12.: Gemeinschaft

9. Warum ist soziale Arbeit Teil meines selbstbestimmten Studiums ?

10. Wie lauten Studienfragen meiner Mit-Studenten ?

11. Beeinflussen meine Kontakte zu Stiftungen mein Studium ?

12. Wie wirkt Verdrängtes in Gruppenprozessen ?

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