Das Freie Uniexperiment Stuttgart

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. – Erich Kästner

Dies gilt so ähnlich auch für unser Studium: Es gibt nichts, außer man tut es. – Nichts passiert, ohne Initiative des Studenten.

Das kehrt die Verhältnisse einer normalen Universität einfach um. Nicht die Professoren bieten uns einen vorgefertigten Studieninhalt an, den wir konsumieren, sondern wir selbst müssen zuerst einmal aktiv werden und uns fragen, was wir eigentlich lernen und tun wollen und dann eventuell auf eine Person zugehen und Sie fragen, ob sie es uns lehrt.

Wir wollen die Fragen stellen, die für uns essentiell wichtig sind. Und diese individuelle, essentielle Frage ist Ausgangspunkt für das eigene Studium und steht in dessen Zentrum. Wir haben also keine Studiengänge, sondern Studienfragen, welche meistens weit über Fächergrenzen hinausgehen. Zu dieser Studienfrage organisiert sich jede/r selbst das Studium. Das bedeutet, dass man sich nicht nur intensiv damit auseinandersetzt,was denn das Thema und die Frage ist, die einen so essentiell brennt – was schon ein sehr spannender, aber nicht immer leichter Prozess ist – sondern auch, wie man diese studiert.

Ob man sich einen Lehrer sucht oder mehrere oder keinen, ob man sich mit Büchern in sein Zimmer einsperrt oder ob man einfach reisen geht – ob man sich eine Lerngruppe sucht, Vorträge oder Seminare selbst organisiert oder zu welchen hinfährt oder ob man einfach ausprobiert und selber forscht und tut, was gerade dran ist..

Alles was denkbar ist, ist auch machbar. Das ist unser Leitspruch. Aber auch das Denkbare wollen wir immer weiter ausweiten. Wir möchten nicht nur den Begriff und die Bedeutung von Universität erforschen, hinterfragen und erweitern, sondern auch die Begriffe der Bildung und des Lernens.

Unsere Studienergebnisse wollen wir uns gegenseitig und auch öffentlich präsentieren.

Neben dem individuellen Studium, werden wir uns eine Woche im Monat gemeinsam einem Thema widmen oder ein gemeinschaftliches Projekt realisieren.

In regelmäßigen Abständen, werden wir unser persönliches Vorankommen und auch das ganze Projekt reflektieren und schauen, ob wir weitermachen wie bisher oder sich etwas ändern muss.

Außerdem kooperieren wir mit dem Campus A, der gemeinsam mit uns ein Studium Individuale entwickeln will, das eventuell auch zu einem staatlich anerkannten Bachelor Abschluss führt. Es besteht auch die Möglichkeit Kurse des Campus A zu besuchen.

Mit dem freien Uni-Experiment haben wir auch einen gesellschaftspolitischen Anspruch: Mit unserer „gelebten Kritik“ am Uni-System wollen wir zeigen, dass es auch anders gehen kann. Wir möchten die aktuellen Entwicklungen an der Universität in Frage stellen und zum Fragen stellen anregen, wir möchten eine Reflektionsfläche für diese Institutionen bieten, ohne zu behaupten, wir wüssten, wie alles besser wäre. Auch wir selbst haben keine fertigen Konzepte, die wir jetzt umsetzen. Wir wollen im Tun und durch die Erfahrung entdecken, wie Uni und Lernen und Leben und vielleicht sogar Gesellschaft anders sein könnte. Wir wollen experimentieren und reflektieren, uns selbst, die Prozesse und die Gesellschaft.

Um dieses Experiment zu leben, wurde uns von der Edith Marion – Stiftung ein Haus zu Verfügung gestellt, das Wohnort für derzeit 11 der Studenten ist und zu einem Zentrum für neue Bildung, spannende Seminare, verrückte und geniale Aktionen, kreative Explosionen und Menschen, die Lust haben die Welt zu gestalten, werden soll.

2 Kommentare zu “Das Freie Uniexperiment Stuttgart

  1. Mir gefällt das Freie Uniexperiment Stuttgart sehr gut. Gute Fragen bringen uns alle voran. Schwierig ist sicherlich, selbständig dran zu bleiben. Wie kann man selbsterlerntes Wissen „bezeugen“ mit einem Schein, Zeugnis, Diplom, oder ähnlichen Bestätigungen? Wie viel „muss“ man wissen, um es bescheinigen zu „können“? Das allein ist schon eine interessante Frage für ein Selbststudium. Insgesamt sehe ich als ein Motto des Experiments „Mut zur Frage“ (statt „Mut zur Lücke“) und das finde ich spannend. Für alle Lebensalter.

  2. Pingback: Konzept: ReiseUni – ReiseUni

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